auf dem Rücken der Pferde...

 

Geschichte von Mensch und Pferd

  Im Frühjahr 2011 stieß ich im Web auf die folgende Dokumentation über die     

                      "Gemeinsame Geschichte von Mensch und Pferd"

Die detaillierte Zusammenfassung des Autors Axel Feldmann, der historische Kontext, so wie die Kommentare des Autors zogen mich unwiderstehlich in ihren Bann. Wir konnten Herrn Feldmann dafür gewinnen, diesen wunderbaren historischen Überblick in unserem Portal zu veröffentlichen. Vielen Dank dafür ! Wir sind davon überzeugt, dass die einen oder anderen Pferdeliebhaber ebenfalls Gefallen daran finden werden. Viel Spaß bei der Lektüre ! Die Red.                                                                    
                                                                         
                                                                          All rights reserverd by Axel Feldmann ©
                                                                          http://www.trakehner-gestuet-brachelen.de

 
 

                                           

Hier wurden einige Daten der gemeinsamen Geschichte von Mensch und Pferd,
der Geschichte der Reiterei und der Pferdezucht, sowie ein paar Eckdaten zur Geschichte des edlen ostpreußischen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung zusammengetragen:



Vor Christi Geburt


  • 60 - 40 Mio. Jahre --- Erdzeitalter des Eozäns. Damals lebte das Eohippos, das “Pferd der Morgenröte”, oder auch Hyracotherium,das heißt soviel wie “klippschiefer-ähnlichesSäugetier”, ein etwa 35 - 40 cm kleiner Laubfresser, der vorne noch auf vier Zehen und hinten schon auf drei Zehen durch die damaligen Urwälder Amerikas und Europas lief.Interessant ist auch, dass man heute auf allen Kontinenten unseres Planeten Fossilien von Vorfahren unserer heutigen Pferde findet, nicht jedoch in Australien und der Antarktis!

  • 40 Mio. Jahre --- Erdzeitalter des Tertiärs. Da lebte das dem Eohippus noch sehr ähnlich sehende Orohippus, dessen Gebiss schon mehr an festere Nahrung wie weiches Gras undNadeln der Nadelbäume, die sich damals bei sinkenden Temperaturen zu Lasten der Laubbäume ausbreiteten, angepasst war. Das sich daraus entwickelnde Epihippus hatte seineZähne noch mehr und besser der veränderten Nahrung angepasst, denn die Wälder schrumpften und immer größere Steppenlandschaften mit harten Gräsern entstanden.

  • 40 - 25 Mio. Jahre --- Erdzeitalter des Oligozäns. In Nordamerika lebt das Mesohippus, das schon einem kleinen Pferdchen recht ähnlich sieht, dessen Schulterhöhe schon auf über 50 cm angewachsen ist, und das nur noch auf drei Zehen (einer starken Mittelzehe und zurückentwickelten seitlichen Zehen) läuft und auf diese Weise schneller in den immer offener werden Savannen flüchten kann. Sein Schädel und Gebiss sahen schon sehr nach Pferd aus. In weiteren Jahr -millionen im Übergang zum Erdzeitzeitalter des Jungtertiärs entwickelt sich das Miohippus, das schon stattliche 70 cm erreichte.

  • 25 - 10 Mio. Jahre --- Erdzeitalter des Miozäns. In Nordamerika findet man heute die fossilen Knochen des Parahippus und des Merychippus, von denen weitereEntwicklungsstadien auch über die damals noch vorhandene Landbrücke nach Eurasien wanderten.

  • 10 - 1 Mio. Jahre --- Erdzeitalter des Pliozäns. In Nordamerika, Europa und Asien hat das Hipparion, ein etwa 100 cm hoher Vorfahr unserer Pferde uns seine fossilen Knochenhinterlassen. Zur gleichen Zeit lebte in Nord- und Südamerika das mit etwa 115 cm nur geringfügig größere Pliohippus, das aber schon ein echter Einhufer war! Daraus entwickelten sich das Astrohippus und das Dinohippus, echte Einzeher und schon etwas direktere Vorfahren unserer Pferde. Während der ersten Eiszeit vor etwa 2,6 Mio. Jahren wanderten wahrscheinlich die unterschied -lichsten Entwicklungsstadien über die Landbrücke von Amerika nach Asien und Europa.

  • 1 Mio. - 8.000 Jahre --- Erdzeitalter des Pleistozäns. Irgendwann taucht nun der Mensch auf und trifft wahrscheinlich auf die unterschiedlichsten,damals lebenden Vorfahren unserer Pferde. In Nord- und Mittelamerika lebt das Hippidion und stirbt irgendwann zusammenmit allen anderen auf dem amerikanischen Kontinent lebenden Entwicklungsstadien aus. Warum dies geschah, weiß niemand,obwohl es natürlich mehrere Ursachen gegeben haben mag. Pferde tauchen auf dem amerikanischen Kontinent erst wieder auf,nachdem Columbus diesen “entdeckt” hatte, und seine Nachfahren Mittel- und Südamerika erobern. In Eurasien betritt nun das Pferdequus die Bühne der Geschichte.

  • 20.000-15.000 Jahre --- In der Höhle von Lascaux (Dordogne) entstehen von Menschenhand wunderschöne Felsenbilder auch von sehr lebendig wirkenden Pferden. Niemand weiß heute so ganz genau, warum, wann und wie Mensch und Pferd sich anschickten, vereint durch die Geschichte zu gehen. Schließlich war ja keiner von uns dabei !

    Vielleicht waren es schnöde ökonomische Gründe, die die damaligen Menschen veranlassten, dieses große, starke und gefährliche Tier zu zähmen, um mit ihm zusammen zu leben, zu arbeiten, zukämpfen und auch zu sterben. Vielleicht waren es religiöse Grunde, vielleicht auch nur Abenteuerlust, Neugierde, oder welche Gründe auch immer - niemand weiß es ganz genau.Vielleicht war es auch nur die Wissbegierde und die Experimentierfreude eines jungen Burschen oder Mädchens, der oder die trotz der Warnungen ihrer ängstlichen Mutter irgendwann auf einer sonnenbeschienenen Wiese mit einem ebenso neugierigen Exemplar des Pferdes zusammentraf, nicht davon lief, sondern wartete, bis das hochinteressanteTier langsam von seiner natürlichen Neugier getrieben auf den ebenso interessanten Zweibeiner zuging - aus diesem Zusammentreffen entstand dann möglicherweise die symbiotische Verbindung zwischen Mensch und Pferd.

    Eines hatten unsere Vorfahren jedenfalls sehr schnell kapiert: Dieses wunderbare Pferd brachte ihnen viele Vorteile und Fortschritte. Es machte sie schnell, sehr schnell sogar! Aus dem zu Fuß sich mühsam fortbewegenden Menschen, der sich mit etwa 6 bis 15 km/h durch die Lande bewegen konnte, wurde jetzt ein Reiter oder Fahrer, der sich mit 10 bis 30 oder 40 km/h, ja sogar kurzzeitig mit mehr als 50 km/h fortbewegen konnte … und das auch noch mit Gepäck – das war ein Wahnsinns-Fortschritt, den sich heute kaum noch jemand vorstellen kann!

    Und dieses wunderbare Pferd zog für den Menschen gefällte Baumstämme aus dem Wald, schleppte Lasten auf dem Rücken, zog schwer beladene Schleppen, Schlitten, Karren oder Wagen stundenlang durch die Gegend, treidelte Kähne stromaufwärts, wärmte im kalten Winter, gab Milch und Fleisch für hungrige Mäuler, lieferte Haare für Matratzen, Borsten für Pinsel und Bürsten und vieles mehr, ja es kämpfte sogar im Krieg mit und für seinen Reiter, siegte mit ihm und für ihn und starb mit ihm und für ihn – und das alles nahezu freiwillig !

  • 4000-1600 --- In der Sahara entstehen Felsbilder von mit Pferden bespannten Zweiradwagen und Wagenlenkern. Die Entdeckung dieser Bilder versetzte weltweit die Historiker inErstaunen!

  • 1500 etwa --- In Ägypten werden nicht nur tote Pharaonen und verstorbene hohe Beamte sondern auch Pferde mumifiziert.

  • 1500 etwa --- Der mit Pferden bespannte Streitwagen wird auch in Griechenland modern.

  • 1550-1085 --- Im Neuen Reich in Ägypten entwickeln die Pharaonen eine regel -rechte Kriegswagen-Taktik.

  • 1450-1050 --- Shang-Dynastie in China; auch hier werden Streitwagen eingesetzt.

  • 1400 etwa --- Ein Relief im Grab des Haremhabs zeigt die wahrscheinlich älteste Darstellung eines Reiters zu Pferd.

  • 1347-1336 --- Der ägyptische Pharao Tutanchamun wird auf einem Streitwagen dargestellt, den offensichtlich sehr edle Pferde ziehen.

  • 1250 --- Langsam aber sicher verdrängen Reiter mit Pfeil und Bogen die Streit -wagen von der Position der kriegswichtigsten Waffengattung.

  • 1159 --- Am 4. November beginnt unter dem ägyptischen Pharao Ramses III. ein zwei Monate langer Streik der Handwerker, bis der Pharao und Bauherr einlenkt und ihnen ihrenausstehenden Getreidelohn zukommen lässt. Das war wohl der erste Streik der Geschichte.

  • 900-600 --- Aus dem Reich der Assyrer gibt es Darstellungen von Männern, die Pferde putzen oder Pferde einfangen. Die Assyrer setzen in ihren vielen Kriegen massiert Reiter als Bogenschützen ein.

  • 880 etwa --- Der assyrische König Assurnipal II wird auf Reliefs als Löwenjäger im pferdebespannten Wagen dargestellt.

  • 800-300 --- Auf Grabmalereien, Sarkophagen, Vasen u. a. der Etrusker findet man in der Toskana Darstellungen mit offensichtlich hochedlen Pferden.

  • 740 etwa --- Tiglatpileser III schafft ein assyrisches Großreich mithilfe seine Kavallerie und seinen schweren Streitwagen-Einheiten.

  • 700 etwa --- Die Griechen setzen erstmals richtige Kavallerie-Verbände in ihren Kriegen ein.

  • 700 etwa --- Die Chinesen kennen wahrscheinlich schon den Sattel, die Steig -bügel und das genagelte Hufeisen.
  • 680 etwa --- Das Reitervolk der Skyten betritt die Bühne der Geschichte.Die Skyten gelten heute als Erfinder von Sattel und Steigbügel, möglicherweise haben sie es aber auch schon irgendwem abgeguckt. Jedenfalls waren sie damit eine Zeit lang allen anderen Reitern, die noch auf dem blanken Pferderücken saßen, haushoch überlegen.

  • 680 --- Bei den 25. Spielen in Olympia gibt es das erste Pferderennen: Vierergespanne vor einachsigen Wagen.
  • 650 etwa --- Die Kelten erreichen mit ihren Pferden die Atlantikküste.

  • 494 --- Alle einfachen Bürger Roms verlassen die Stadt solange, bis ihnen die hilflosen weil alleingelassenen Patrizier mehr Mitbestimmung zugestanden.

  • 460 etwa --- Der hellenische Arzt Hippokrates bezeichnet Reiten als gute Vorbeugung für diverse körperliche Leiden des Menschen.

  • 400 etwa --- Es lebt in Athen der Bürger Simon, ein Berufsreitlehrer. Er schreibt bzw. ritzt auf Tontafeln ein Buch über Pferdehaltung und -ausbildung.

  • 430-355 --- In Griechenland lebt Xenophon, der mit seinen Büchern “Über die Reitkunst” und “Der Reiteroberst” weltberühmt wurde,und dessen Erkenntnisse und Lehren bis auf den heutigen Tag Geltung haben.

  • 356 --- König Philip von Mazedonien erhält die Nachricht, dass sein Heer Potidaea genommen, ihm seine Frau eine Sohn geboren, und dass seine Quadriga in Olympia dasWagenrennen gewonnen habe. Die Nachricht vom Erfolg seiner Quadriga soll den mazedonischen König Philip am meisten erfreut haben. Damals konnte er sicherlich noch nichtahnen, dass sein gerade geborener Sohn einst auf dem Rücken seines Pferdes Boukephalos, einem Rapphengst mit einem weißen Stern auf der Stirn, der seinen berühmten Reiter18 Jahre lang auf seinem Rücken trug, ein Weltreich, das erste der Geschichte, erobern wird. Dieser Sohn, der spätere Alexander der Große macht die Kavallerie zurkriegsentscheidenden Waffengattung.

  • 326 --- Boukephalos, das Pferd Alexanders des Großen, wird in der Schlacht am Fluß Hydaspes verwundet und stirbt mit 21 Jahren.

  • 323 --- Nur drei Jahre nach dem Tod seines geliebten Hengstes stirbt Alexander der Große am Abend des 11. Juni im Alter von 33Jahren.

  • 218 --- Hannibal zieht mit 9.000 Reitern und 37 Kriegselefanten über die Alpen nach Italien.

  • 195 --- Römerinnen blockieren die Zugänge oder Büros zweier Tribünen, um so gegen die Lex Oppia zu protestieren, eine Vorschrift,die das Tragen von Schmuck und luxuriöser Kleidung verbot.





Nach Christi Geburt


  • 130-154--- Diokles, der berühmteste Wagenlenker Roms soll in diesen 24 Jahren seiner Wagenlenker-Karriere 4257 Wagenrennen gefahren sein, wovon er 1462 gewonnen haben soll. Wer so etwas schafft, muss ein Pferdekenner und,-ausbilder allererster Güte sein!

  • 375 etwa --- Das Reitervolk der Hunnen drängt nach Westen und löst die Völkerwanderung aus.

  • 570-673 --- Mohammed fördert die Pferdezucht in Arabien ganz massiv; er macht sie geradezu zur religiösen Pflicht eines jeden Moslems. Möglicherweise lag der Grund darin, dass seine Kamelreiter im Jahr 625 am Berg Ohod von feindlicher Kavallerie in die Flucht geschlagen worden waren.

  • 711 --- Die Mauren setzen mit ihren Führern Tarik und Musa an der Spitze von Afrika nach Spanien über. Am 31.07. schlagen sie am Golf von Cadiz bei Puerto des Santa Maria am Rio Guadalete das Heer des Roderich, des Königs der Westgoten, ver-nichtend. Damit beginnen die rund 700 glanzvollen Jahre der Herrschaft der Mauren in Spanien. Das andalusische Pferd, damals als Ginette bezeichnet, wird in dieser Zeit eines der meist begehrten Pferde in der damaligen Welt.

  • 732 --- Die Araber mit ihrem Fürsten Abderrahman werden von fränkischen Karl Martell bei Tours und Poitiers vernichtend geschlagen und damit ihr Vorrücken von Nordafrika über Spanien nach Mitteleuropa beendet. Dabei fielen den Siegern viele arabische Hengste, meist nordafrikanische Berber, in die Hände, deren Zuchtwirkung in der Camarque, im Navarrin und im Limousin sichtbar wurde. Aus diesem Jahr stammt wahrscheinlich die auch heute noch in der christlichen Welt wirksame Tabuisierung des Pferdefleisches. Unsere germanischen Vorfahren aßen nämlich ganz selbstverständlich Pferdefleisch; bei ihnen galt das Pferd sogar als höchstrangiges Opfertier und sie aßen selbstverständlich dessen hochgeschätztes Fleisch. Papst Gregor III forderte in einem Brief Bonifacius, der die Heiden missionieren sollte, auf, den Verzehr von Pferdefleisch zu verbieten, was er ganz offensichtlich auch getan hat. Zwei hochpolitische Gründe für diesen päpstlichen Befehl sind denkbar: Entweder wollte der Papst damit den heidnischen Glauben der Germanen schwächen, indem er ihnen den Verzehr ihres höchsten Opfertiers verbot, oder, was vielleicht wahrscheinlicher ist, er wollte damit den Einsatz der Pferde im Abwehrkampf der Christen gegen die arabisch-islamische Bedrohung, die das Reich der Franken und ganz Mitteleuropa zu überschwemmen drohte, fördern. Dahin werden ihnen die Ritter, Adligen und Kirchenfürsten logischerweise schon gedrängt haben, denn jedes vom niederen Volk verspeiste Pferd fehlte im Krieg gegen die Mauren … und Pferde kann man nicht in wenigen Monaten mal schnell züchten und für den Kriegseinsatz ausbilden, weil man vielleicht kurz vor Weihnachten entschieden hat, im Frühjahr gegen die Mauren zu ziehen! Um Pferde, insbesondere Militärpferde zu züchten und auszubilden, braucht man fünf bis zehn Jahre, um sie dann weitere fünf bis maximal zehn im täglichen Einsatz nutzen zu können !!!

    Dieses Tabu bedroht allerdings heute in unserer modernen Welt die Existenz vieler wertvoller Pferderassen, insbesondere der schweren Warm- und Kaltblüter. Nachdem sich der Mensch die Erde untertan gemacht hat, verschwinden nämlich unweigerlich alle Lebewesen von unserem Planeten, sobald sie dem Menschen keinen Nutzen mehr bringen, keinen ökonomischen Wert mehr darstellen, keinen Vorteil und keinen Fortschritt mehr bringen. Wer sich mal in einer stillen Stunde vergegenwärtigt, wie viele wunderbare, schöne und früher sehr wertvolle Pferderassen mittlerweile schon unwiderruflich ausgestorben sind, versteht vielleicht dann die folgende These: Wer den Stierkampf verbietet, vernichtet die modernen Nachfahren der Wisente, denn sie sind heute zu nichts anderem mehr nütze. Wer kein Pferdefleisch isst, vernichtet die Existenz moderner Kaltblüter, denn wozu sollte man sie heute sonst noch brauchen? Warmblüter haben heute ihre Existenzgrundlage im Sport, Vollblüter in der Wettleidenschaft der Engländer u. a. Menschen. Aber wehe, wenn sich diese Existenzgrundlagen mal ändern. Kritiker des Spring- und Dressurreitens oder des Galopprennens, so ehrenwert ihre Motive auch sein mögen, muss man die Folgen ihrer Regulierungswünsche deutlich machen, damit keine Schäden angerichtet werden, die nicht zu reparieren sind!

  • 955 --- Herzog Luitolf von Schwaben lässt einen Stutengarten im Nesenbach-Tal anlegen - dort liegt heute die schwäbische Metropole Stuttgart !

  • 1064 --- erste urkundliche Erwähnung des Gestüts Einsiedel in der Schweiz

  • 1100 danach --- Durch die Kreuzzüge gelangen orientalische Pferde (Araber, Türken usw.) als Kriegsbeute oder auch als fürstliche Geschenke nach Europa

  • 1191 --- Richard Löwenherz kehrt vom dritten Kreuzzug nach England zurück. Angeblich soll er dabei zwei arabische Hengste, die von Zypern stammten, mitgebracht haben.

  • 1223 --- Der polnische König Konrad I. holt die Ritter des Deutschen Ordens ins Land, damit diese die heidnischen Pruzzen, die an der nördlichen Weichsel leben, für ihn unterwerfen. Die Ordensritte finden dort die „Schwaiken“ vor, die Vorfahren der Trakehner Stuten.

  • 1225 --- Friedrich II. (1194 – 1250), intelligent und hochbegabt, aber letzter Staufer auf dem Thron des römisch/deutschen Kaisers, ist nicht nur wegen seines heute noch aktuellen Lehrbuches über die Falknerei (De arte venandi cum avibus = Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen) und seinem modernen Beamtenstaat auf Sizilien berühmt: Er gründete auch in Neapel die erste hippologische Universität.Weiterhin besaß er in Bari drei Gestüte, in denen er Araber und Berber züchten ließ. Er wurde bereits zu seinen Lebzeiten wegen seines modernen, wissenschaftlichen Forschungsdrangs von seinen Zeitgenossen „stupor mundi“ = „das Staunen der Welt“ genannt.

  • 1307 – 1327 --- ist Eduard II. König von England. In seiner Regierungszeit werden die Araberhengste „Arundel“ und „Truncefice“ ins Land geholt.

  • 1329 --- In Breslau streiken ein ganzes Jahr lang die Gürtlergesellen. Die Gürtler-gesellen, heute würde man sie Metallbildner nennen, bearbeiteten und formten damals wie heute Metalle und stellten auf diese Weise Gebrauchs- und Schmuck- gegenstände her.

  • 1350 --- etwa, Gründung der Georgenburg bei Insterburg mit “Stuterey”

  • 1410 --- Am 15. Juli wird der Hochmeister des Deutschen Ordens, Ulrich von Jungingen, mit seinen 11.000 Kämpfern von der Streitmacht des polnischen Königs Wladyslaw II. Jagiello und des litauischen Großfürsten Vytautas, die mit zusammen 39.000 Kämpfern angerückt waren, geschlagen. Der Hochmeister fällt in diesem Kampf und die Gebietsansprüche des Ordens auf Niederlitauen (Samogitien)werden somit abgewiesen. Damit begann der Untergang des Ordens im gesamten Ostsee-Raum.

  • 1460 --- Einsiedel bei Tübingen wird Hofgestüt, um Pferde für die schwäbische Landwirtschaft und für die Truppen des Herzogs zu produzieren.

  • 1490 --- Gründung des Gestüts Sababurg

  • 1492 --- Das Gestüt Oberfeld (bei Marbach) wird mit Pferden aus dem Gestüt Einsiedel bei Tübingen belegt.

  • 1499 --- erstes Pferderennen in Königsberg

  • 1500 --- Der Kurfürst von Sachsen beginnt mit der Errichtung von Gestüten: Georgenthal bei Ohrdruf, Kalkreuth bei Großenhain, Allstedt bei Sangerhausen, Wendelstein bei Roßleben, Merseburg u. a.

  • 1512 --- Markgraf Albrecht ist erster Herzog in Preußen und letzter Hochmeister des Deutschen Ritterordens und zieht nach Preußen. Dort findet er noch Wildpferde vor, die allerdings schon selten geworden waren.

  • 1526 --- Mit dem schnellen Sieg der Türken über die Ungarn bei Mohács beginnt nicht nur die lange Herrschaft der Sultane sondern auch der Einfluss des orienta- lischen Blutes in der Pferdezucht der Magyaren, was sich sehr positiv auswirkte, da die orientalischarabischen Hengste offensichtlich genetisch sehr gut zu den einhei-mischen Stuten der ungarischen Steppe passten.

  • 1532 --- Frederico Grisone gründet in Neapel eine Reitakademie, in die es die jungen Adligen und Reichen der damaligen Welt zieht. Grisone gilt als Vertreter der sogenannten “Italienischen Gewaltschule”, die letztendlich erst durch Pluvinel im 17. Jahrhundert überwunden wurde.

  • 1536  --- 1612 lebt in Polen der Prediger Piotr Skarga. Er wirft den Polen vor: „Den Sohn der Stute habt ihr lieber als den Sohn Gottes.“

  • 1544 --- Gründung der Universität Königsberg

  • 1547 --- Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin richtet das Gestüt Settin bei Crivitz ein.

  • 1552 --- Der Neapolitaner Federico Grisone veröffentlicht sein Buch “Ordini di Cavalcare”, das in alle damaligen Weltsprachen übersetzt wird. 1570 erscheint es auf Deutsch.

  • 1552 --- Das Gestüts Oberfeld, das am Weg von Marbach nach Ödenwaldstetten liegt, wird nach Marbach verlegt.

  • 1552 --- Wahrscheinlich jetzt schon Betrieb des Gestüts Marbach als Hengststation zur Bedeckung der bäuerlichen Stuten

  • 1554 --- Erste urkundliche Erwähnung Marbachs als Gestüt

  • 1562 --- Gründung des Gestüts Kladrub 70 km ostwärts von Prag durch Kaiser Ferdinand I.1570 --- Der königlich polnische Stallmeister Adam Micinski schreibt in seinem Buch mit dem Titel „O swierzopach i agrach“ (Stuten und Hengste), dass man im königlichen Gestüt von Sigismund II. in Knyszyna arabische Pferde in Reinzucht züchte. Diese Araberzucht verfiel aber in den folgenden Jahren wieder.

  • 1573 --- Gründung des Gestüts Marbach an der Lauter (Württemberg)
  • 1575 --- Das Gestüt Offenhausen legt einen Fohlenhof an

  • 1577 --- Die erste Auflage des Buches von Marx Fugger erscheint unter dem Titel „Von der Gestüterey von Marxen Fuggern, Herrn von Kirchberg und Weissenhorn“

  • 1578 --- Herwarth von Hohenburg veröffentlicht seine Schrift über die “Reiterei”

  • 1580 --- Graf Johann XVI, (1578-1603) lässt in Oldenburg diverse Stutereien anlegen. Die Oldenburger Pferde werden nicht nur wegen ihrer typischen Rams- nasen berühmt, die sie wahrscheinlich von ihren neapolitanischen Stammhengsten geerbt hatten.

  • 1580 --- Gründung des Gestüts Lipizza hoch oben auf dem Karst, einer kargen Steinwüste bei Triest durch Erzherzog Karl, den Sohn Kaiser Ferdinands I

  • 1588 --- Das Buch des Freiherrn Georg von Löhneysen “Die neu eröffnete Hof-, Kriegs- und Reitschul” erscheint.

  • 1590 --- Im Gestüt Offenhausen beginnt man mit der Maultierzucht, die dort und in Einsiedel bei Tübingen mit kurzen Unterbechungen bis 1840 bestand.

  • 1593 --- Salomon de la Broue, Stallmeister am Hof des französichen Königs Henry IV (1553-1610) schreibt sein Buch “Cavalerie francaise”

  • 1603  --- 1625 Der Stuart James I. ist König von England. In seinem Rennstall in Tutbury stand der Aaraberhengst „Markhams Grey“, den er angeblich für die bereits damalige Wahnsinnssumme von 500 englischen Pfund gekauft haben soll.

  • 1609 --- Es erscheint das Buch “Della Cavalleria” von Georg von Löhneysen, das mehr als 800 Seiten umfasst. Bereits 1588 hatte er als Stallmeister beim Kurfürsten von Sachsen seinen “Gründlicher Bericht des Zäumens und ordentliche Austheilung der Mundstück und Stangen” geschrieben.

  • 1618-1648 --- Der Dreißigjährige Krieg wütet in der Mitte Europas mit verheerenden Folgen für die Pferdezucht in Deutschland. So wurde z.B. Marbach und viele weitere Gestüte völlig zerstört.

  • 1623 --- Nach dem Tode des Antoine de Pluvinel, der die Pilaren erfunden haben soll, und der dem späteren König der Franzosen Ludwig XIII (1601-1643) das Reiten beibrachte und der zu seinen Lebzeiten den Ruf des besten französichen Reiters hatte, erscheint sein Buch “Manége Royal”. Dieses Werk reformiert die französische Reitkunst und hat bis heute seine Bedeutung nicht verloren.

  • 1649 --- Oliver Cromwell lässt in England König Karl I. hinrichten, die königlichen Ställe zerstören und sogar zeitweise die Pferderennen verbieten. Dennoch gilt auch Cromwell als Anhänger arabischer oder orientalischer Pferde. Auch in seinem Auftrag wurden z. B. aus Libyen Araber- oder Berberhengste importiert, um zuhause bessere Pferde für das Militär oder auch die staatliche Verwaltung, die schnelle Kuriere brauchte, zu züchten.

  • 1650 --- Die deutsche Übersetzung Pluvinels “Manége Royal” durch Merian erscheint mit dem Titel “Königliche Reitschule”.

  • 1657 --- Eine Delegation englischer Politiker und Militärs bietet Cromwell die englische Königskrone an. Cromwell soll diese honorige Delegation mehrere Stunden haben warten lassen, während er sich in aller Gemütsruhe mit einem neuen Pferd, einer Berberstute, beschäftigte. Dann soll er „Nein, danke schön!“ gesagt haben … zur englischen Königskrone, nicht jedoch zu dem neuen Pferd.

  • 1658 --- Herzog William Viscount of Newcastle schreibt in Antwerpen sein prunkvoll ausgestattetes Buch über die Ausbildung des Pferdes

  • 1680 --- Nach dem Tod Cromwells wird der Sohn Karls I., Karl II. König von England. In seinem Auftrag werden einige arabische Hengste und zehn Araber -stuten, die sogenannten „Royal Mares“ eingekauft. Bei diesem Importgeschäft war der Bruder Colberts, der zu dieser Zeit französischer Gesandter in England war, sehr hilfreich.

  • 1664 --- Pinter von der Aue scheitert noch mit seiner sogenannten Sitzreform, mit der er schon damals auf den modernen Balance-Sitz hinwies. Ihn nahm damals wohl keiner ernst, im Gegensatz zu de la Guérinière, der siebzig Jahre später als Chef des Marstalls des Sonnenkönigs mit seinen damals recht revolutionären Gedanken mehr Durchsetzungsvermögen hatte.

  • 1665 --- Gründung der staatlichen Gestütsverwaltung in Frankreich durch Colbert, Finanzminister unter Ludwig XIV. Mit seinem Erlass vom 17.10.1665 ordnet er auch die Gründung von Staatgestüten an.

  • 1665 --- Gründung des Gestüts Harzburg

  • 1673 --- Der württembergische Stallmeister Georg Simon Winter von Adlersflügel schreibt seine “Reit- und Zaumkunst”, ein Jahr später die “Reitkunst”; 1678 folgt der Titel “Der wohlberittene Kavalier”, später noch die Bücher “Kurioser Stallmeister”, „Wohlerfahrener Tierarzt” und “Stuterei-Buch”.

  • 1680 --- etwa, Geburt des Hengstes Byerley Turk, einer der Stammväter des englischen Vollbluts. Er soll von dem Rittmeister Byerley vor Wien von den Türken erbeutet worden, und 1864 nach England gelangt sein. Er wurde dann dienstlich von Byerley als Reitpferd genutzt während dessen Stationierung in Irland.

  • 1683 --- Wien wird von den Türken befreit. In der entscheidenden Schlacht am Kahlenberg am 12.09.1683 kämpfen deutsche (kaiserliche, bayerische und sächsische) Truppen und polnische Reiter unter ihrem König Jan III. Sobieski siegreich gegen die Türken.

  • 1685 --- Wieder-Einrichtung des Landgestüts Marbach

  • 1687 --- am 31. Dezember Erlass der ersten Württembergischen Beschälordnung

  • 1699 --- Mit dem Frieden von Karlowitz beenden Polen und Türken endgültig ihre Feindseligkeiten. Damit versiegt auch der Strom orientalischer Hengste = Beute- pferde nach Polen.

  • 1700 --- Der Hengst Darley’s Arabian, einer der Stammväter des englischen Vollbluts, wird bei Beduinen geboren. Er wird Thomas Darley, dem Konsul und Agenten eines englischen Handelshauses in Aleppo, von dem Beduinenscheich geschenkt und Manak getauft. Dieser wiederum schenkte ihn seinem Bruder, als der Hengst drei Jahre alt wurde. Erst jetzt erhält der Hengst seinen weltberühmtenNamen Darley’s Arabien. Sein Sohn Flying Childers war damals wohl der schnellste Galopper der Welt.

  • 1714 --- Gründung des französischen Staatsgestüts Le Pin in der Normandie

  • 1715 --- Francois Robichon de la Gueriniere wird durch den Landstallmeister des Königs zum “Ecuyer Académiste” bestellt

  • 1722 --- Gründung des Gestüts Graditz bei Torgau durch August den Starken von Sachsen, der damit alle sächsischen Gestüte in Graditz zusammenlegte. Zweck: Die Lieferung von Pferden für den kurfürstlichen Marstall. Dort hat es schon früher eine „Stutterey“ gegeben, wie man aus einem Beschwerdeschreiben eines Oberstallmeisters vom 02.10.1630 an den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. sowie weiteren Dokumenten entnehmen kann.

  • 1724 --- Vereinigung von Sababurg mit dem neuen Gestüt Beberbeck bei Kassel

  • 1724 --- Gumbinnen erhält Stadtrecht

  • 1725 --- Pillkallen erhält Stadtrecht

  • 1726 --- Auf Befehl des Großen Kurfüsten beginnen Soldaten der Königsberger Garnison mit der Urbarmachung des Trakehner Beckens, eines von der Pest entvölkerten Landstriches mit ausgedehnten Sümpfen, der sich für eine normale landwirtschaftliche Nutzung wegen der bescheidenen Ertragskraft der Böden und des kalten kontinentalen Klimas mit langen, kalten Wintern und dementsprechend kurzen, heißen Vegetationsperioden im Sommer ganz und gar nicht eignete.Zur Beurteilung der damaligen landwirtschaftlichen Ertragskraft dieser Böden kann man das heranziehen, was Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten in seinen 1989 erschienenen „Erinnerungen eines alten Ostpreußen“ in Kenntnis der alten Wirtschaftsbücher seiner Güter, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichten, schreibt: “... es wurde extensiv gewirtschaftet. Fiel die Ernte schlecht aus, dann wurde nicht einmal die Menge des ausgesäten Getreides eingebracht. Bei guten Ernten konnte man mit dem Doppelten oder Dreifachen der Aussaat rechnen – ein Bruchteil dessen, was eine normale Ernte heute abwirft.“ Dabei muss man wissen, dass Schlobitten ganz im Westen Ostpreußens liegt, Trakehnen aber noch einige hundert Kilometer weiter im Osten nahe bei der damaligen Grenze zu Russland.

  • 1727 --- In England erscheint der erste Rennkalender.

  • 1730 --- Godolphin Arabian, der dritte Stammvater des englischen Vollblutes, kommt nach recht abenteuerlichen Reisen und Erfahrungen nach England. Zunächst kommt er als Geschenk des Sultans von Marokko an den jungen König XV. nach Frankreich unter dem Namen El Sham zusammen mit weiteren edlen Pferden und Kamelen. De Gueriniere hielt nichts von dem kleinen, schmächtigen Araberpferd,und so verschenkte der König ihn an seinen Chefkoch. Dieser verkaufte ihn an einen fahrenden Messerschmied oder Scherenschleifer, dessen Karren er dann wohl recht verelendet durch Paris zog. Ein Engländer namens Coke soll ihn entdeckt und nachEngland gebracht haben. Nach einigen Irrfahrten kam er dann als Probierhengst in den Stall Godolphins. In die Zucht kam er per Zufall, man würde heute sagen, durch einen Weideunfall, dessen Ergebnis als Zweijähriger auf der Rennbahn alles in Grund und Boden galoppierte.

  • 1731 --- Aus Salzburg werden wegen ihres evangelischen Glaubens etwa 25.000 Menschen vertrieben. Von Ihnen siedeln sich etwa 17.000 auf Einladung des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm I. in Ostpreußen an. Sie bringen viel züchterische Erfahrung ins Land, die sie sich u. a. bei der Zucht der Pinzgauer im Salzburger Land angeeignet hatten.

  • 1732 --- Gründung des Königlichen Stutamts Trakehnen durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I mit 1101 Pferden, darunter 513 Mutterstuten. Zu diesem Zweck werden die vorhandenen, sogenannten litauischen Stutereien Sperling, Beatricken, Insterburg, Budupönen, Guddien, Ragnit und Schreitlauken zum Königlichen Stutamt zusammengelegt. Damit sollte die Produktion von Pferden gesteigert werden, um den ständig steigenden Bedarf der preußischen Kavallerie und des königlichen Marstalls an Remonten zu decken, und vor allem um Geld für die Privatschatulle des Königs zu verdienen, was aber wegen der allzu hohen Erwartungen seiner Majestät nicht so ganz funktionierte.Der Name Trakehnen, der bereits im 16. Jahrhundert als Name eines Vorwerks in den alten Akten zu finden war, soll sich aus dem Litauischen herleiten lassen und etwa so viel wie verbranntes Land oder Ödland bedeuten. Mit der Gründung Trakehnens begann in Ostpreußen die vom Staat beeinflusste organisierte Pferdezucht. Als Zuchtbasis gelten die sogenannten „Schweiken“ d.h. soviel wie ‚die Gesunden’ oder ‚die Kräftigen’, ein kleines panjeferdeartiges Wildpferd in grauer oder brauner Jacke, möglicherweise eine Unterart des osteuropäischen Wildpferdes, die zunächst mit viel orientalischem, arabischem oder neapoli- tanischem Blut gekreuzt wurden.

  • 1733 --- Gründung des Gestüts Moritzburg in Sachsen

  • 1733 --- Francois Robichon de la Gueriniere, der von 1730 bis 1751 den königlichen Marstall in den Tuilerien von Paris leitete, veröffentlicht seine “Ecole de Cavalerie”. Eine moderne Übersetzung dieses Werks in Deutsche verdanken wir dem Obersten von Haugk (1943).

  • 1735 --- Gründung des hannoverischen Landesgestüts Celle durch König Georg II von England und Kurfürst von Hannover.

  • 1735 --- Professor Theodor Quellenmalz berichtet in Leipzig über eine der „Gesundheit dienlichen neu erfundenen Art der Bewegung“ und weist dabei auf die dreidimensionale Bewegung des Reiters auf dem Pferderücken hin.

  • 1739 --- Friedrich II von Preußen, der spätere Friedrich der Große und “Alte Fritz”, erhält als Kronprinz das Gestüt Trakehnen zum Geschenk von seinem Vater. Ökonomisch war dies keine sehr nette Geste des Vaters, denn Trakehnen war bis dahin, außerordentlich unrentabel, was den Kronprinzen auch ganz sicher nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen haben dürfte. Jedenfalls war der junge „Alte Fritz“ zunächst mal kein Trakehner-Fan und bemängelte ständig die geringen Einnahmen.

  • 1745 --- Gründung des Gestüts Pompadour in Frankreich

  • 1760 --- Gründung des Gestüts Zweibrücken in der Pfalz

  • 1761 --- Pompadour in Frankreich wird Staatsgestüt.

  • 1765 --- Geburt des Hengstes Eclipse, des bis heute wichtigsten Vererbers des englischen Vollbluts

  • 1765 --- Gründung des Landgestüts Dillenburg in Hessen

  • 1773 --- In diesem Jahr stirbt der begnadete Reiterführer und General des Alten Fritz, Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1721-1773), der mit den sogenannten Campagnepferden (heute würden wir sagen: Vielseitigkeitspferden) in kurzer Zeit für seinen König und sein Land die damals oftmals kriegsentscheidende preußische Kavallerie aufbaute.

  • 1775 --- Freiherr von Sind verbreitet in Deutschland die Lehren de la Guérinières.

  • 1776 --- Pricellius tritt in Hannover für den Balance-Sitz ein.

  • 1777 --- Gründung des Landgestüts in Marienwerder

  • 1780 --- erstes Derby in Epsom in England

  • 1785 --- Gründung des Gestüts Mezöhegyes im Südosten Ungarn in der Nähe der heutigen Grenze zu Rumänien. Zeitweise sollen dort mehr als 4.000 Pferde gestanden haben. Mit diesem Gestüt sind die weltberühmten Namen der Pferderassen Nonius, Furioso, North-Star und Gidran eng verbunden.

  • 1786 --- Durch den Tod Friedrichs des Großen, der keine Verfügung für den Todesfall über sein Privatvermögen erlassen hatte, wird Trakehnen Staatseigentum des Königreichs Preußen und das Königliche Stutamt wird zum “Hauptgestüt Trakehnen”.Mit dem neuen König von Preußen, Friedrich Wilhelm II, stieg nun ein Mann in den Sattel, der weit mehr als sein Vorgänger die Pferdezucht förderte; dieser ernennt des Grafen Lindenau zum Oberstallmeister und zum Chef sämtlicher königlicherStälle und Gestüte.

  • 1786 --- Die Preußische Gestütsverwaltung in Ostpreußen gründet ihr erstes, das Litauische Landesgestüt. Der Kriegsrat v. Brauchitsch wird durch den Oberstall- meister Graf Lindenau, den Chef der preußischen Gestütsverwaltung, zumLandstallmeister von Litauen ernannt, mit Wohnsitz in Trakehnen.

  • 1787 --- In Neustadt a. d. Dosse i n der Mark Brandenburg existiert bereits seit einiger Zeit ein Maultier-Gestüt. Auf Vorschlag des Grafen Lindenau lässt der preußische König Friedrich Wilhelm II. dort ein Gestüt einrichten.

  • 1787 --- Graf Lindenau führt eine genaue und recht gnadenlose Musterung des Pferdebestandes in Trakehnen durch. Von 38 Hengsten wurden 25 ausgemustert und verkauft. Von 356 Stuten befand er 144 für die Zucht als ungenügend und ließ sieverkaufen. Damit begann in Trakehnen nicht nur ein neuer Abschnitt; dies ist die eigentliche Geburtsstunde des Trakehner Pferdes, eines in Reinzucht gezogenen vielseitigen Reitpferdes vorzugsweise für Militärische Zwecke, gesund, hart, leichtfütterig, intelligent, gelehrig, menschenfreundlich und immer leistungsbereit; aber auch sehr gut geeignet für den leichten bis mittleren Zug und durchaus auch für die Landwirtschaft – man zog oder pflügte in Ostpreußen dann eben vier oder sechsspännig, wo andere zweispännig Kaltblüter einsetzten.

  • 1787 --- Einführung des Brandzeichens halbe Elchschaufel auf dem rechten Hinterschenkel für das Ostpreußische Warmblut Trakehner Abstammung. Die Trakehner des Hauptgestüts tragen die doppelte Elchschaufel auf dem linken Hinterschenkel.

  • 1788 --- Beginn des Remonte-Ankaufs für die Kavallerie in Ostpreußen. Die erste preußische Remontekommission zahlt den preußischen Züchtern 80 Reichstaler für ein Garde-du-Corps-Pferd, 60 Reichstaler für ein Dragonerpferd und 45 Reichstaler für ein Husarenpferd. Das waren tolle Preise damals für die Züchter! Man würde sich wünschen, heute würden vergleichbare Preise gezahlt werden. So mancher Züchter edler Pferde hätte es dann heute etwas einfacher.

  • 1788 --- Das Vorwerk Mattischkehmen wird durch die preußische Verwaltung Trakehnen hinzugeschlagen.

  • 1788 --- Gründung des Gestüts Neustadt an der Dosse durch den König Friedrich-Wilheim II von Preußen.

  • 1789 --- Gründung des ungarischen Hauptgestüts Bábolna. Die ungarische Hofkammer kaufte zu diesem Zweck am07.10.1789 das etwa 3.800 ha große Landgut „Puszta Bábolna“ des Grafen Szápary für 450.000 Gulden komplett mit sämtlichem lebenden und toten Inventar einschließ- lich Kirche und Pfarrhaus. Diesem Gestüt war dann eine außerordentlich wechsel- volle Geschichte beschieden.

  • 1789 --- Der seitherige Landstallmeister in Trakehnen, von Brauchitsch, wird Chef des Gestüts in Neustadt a. d. Dosse.

  • 1790 --- Gründung des bayerischen Hofgestüts Rohrenfeld

  • 1790 --- Die französische Nationalversammlung der Revolutionszeit löst die staatliche Gestütsverwaltung auf.

  • 1791 --- Im Auftrag des Grafen Lindenau reisen der Stallmeister Ehrenpfort und der Tierarzt Kleinert von Trakehnen in die Türkei und nach Syrien, um arabische Pferde einzukaufen. Unter schwierigsten Verhältnissen (Eine Seuche brach unter den Pferden aus, und Ehrenpfort starb in Konstantinopel einen mysteriösen Unfalltod.) kamen so elf arabische Hengste nach Ortpreußen.

  • 1791 --- Der Bereiter bei der hessischen Leibgarde, Stallmeister des Kurfürsten von Hessen und spätere Stallmeister beim König von Württemberg, Ludwig Hühnersdorf (1748-1813), gibt sein Buch “Anleitung zu der natürlichsten und leichtesten Art Pferde abzurichten” heraus. Der Untertitel lautet interessanterweise: “Für Liebhaber des Reitens aus dem Miltär- und Civilstande”. Hühnerdorf gilt als der erste deutsche Klassiker der Reiterei. Sein Buch “Anleitung zur der ...” wird schon von Zeitgenossen als die Bibel für den Reiter bezeichnet.

  • 1792 --- Gründung des Militär-Gestüts Radautz in der Bukowina. Treibende Kraft war auch hierbei wiederum der Rittmeister Josef vonCsekonics, der nicht nur Radautz gründete sondern auch die beiden anderen Militär-Gestüte der k. und k. Monarchie in Bábolna undMezöhegyes.

  • 1792 --- Erstes Steeplechase-Rennen in Leicester über 12.825 m

  • 1793 --- Das erste „General Stud Book“ für die englische Vollblutzucht erscheint, in dem bereits rund 5.500 Pferde verzeichnet sind, wobei die Abstammung der ersten hundert darin verzeichneten Hengste mit Araber, Berber oder Türken bezeichnet wurde. Ebenso sind die ersten etwa vierzig dort verzeichneten Stuten orientalischen Blutes. „Vollblut“ = „thorough bred“ (durchgezüchet) = „pur sang“ (reines Blut).Als Stammväter des Englischen Vollbluts gelten die drei orientalischen Hengste  „Byerly Turk“  (vermutlich ein Turkmene), „Darley Arabian“ (vermutlich ein Araber) und „Godolphin Barb“ (vermutlich ein Berber). Söhne und Enkel dieser drei Stammväter prägten die Vollblutzucht seit Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf den heutigen Tag. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Rennbegeisterung und die Wettleidenschaft der Engländer diese wundervolle Pferderasse geschaffen haben. Der einzige ökonomische Sinn und Zweck dieser Galopper ist es, auf der Rennbahn zu rennen und zu siegen. Und nur wer siegte und siegt, darf sich vermehren! Eine perfekte Selektion auf Leistung, wie man sie sich effizienter nicht vorstellen kann.

  • 1798 --- Gründung des Gestüts Piper bei Graz in Österreich

  • 1789 --- General Napoleon ist während des Feldzuges in Ägypten fasziniert von der arabischen Pferden der sogenannten Mamelucken, gegen die er angesichts der Pyramiden kämpft. Er lässt eine große Zahl arabischer Hengste nach Frankreich bringen, um so die Nachkommen der einheimischen Stuten zu verbessern.

  • 1801 --- Der französische Kaiser Napoleon verkauft Louisiana an die USA.

  • 1806 --- Der französische Kaiser Napoleon ordnet am 04. Juli 1806 die Gründung von sechs Gestüten und 30 Hengstdepots an, weil er die Gefahr erkennt, seine Kavallerie sonst nicht bestücken zu können.

  • 1806 --- Pompadour wird durch kaiserliches Dekret wieder offiziell Hauptgestüt Frankreichs.

  • 1806 --- Das Hauptgestüt Trakehnen flüchtet mit Mann, Maus und Pferden vor den Truppen Napoleons nach Litauen, ...

  • 1807 --- und kehrt erst 1807 wieder zurück.

  • 1810 --- Gründung des mecklenburgischen herzöglichen Hauptgestüts Redefin.

  • 1812 --- Im Dezember muss das Hauptgestüt Trakehnen nach Schlesien (Ratibor und Troppau) verlegt werden, und kehrt im Oktober 1813 wieder zurück.

  • 1812 --- Die preußische Verwaltung kauft das Vorwerk Taugenischken für Trakehnen.

  • 1814 --- Friedrich-Wilhelm von Burgsdorf wird Landstallmeister in Trakehnen (1814 – 1843). Unter ihm wird Trakehnen, das unter den Kriegseinflüssen der vergangenen Jahrzehnte ebenso gelitten hatte wie die gesamt ostpreußische Landwirtschaft, stark ausgebaut und erweitert. Von Burgsdorff setzte als erster in Trakehnen das Prinzip der Reinzucht um: es wurden nur noch Trakehner Stuten mit Trakehner Hengsten angepaart, eingekreuzt wurden nur noch englisches und arabisches Vollblut. Dieses Prinzip der Reinzucht hat bis heute Bestand. Mit einem Bestand von etwa 1.000 Pferden galt bereits damals Trakehnen als größtes Gestüt der damaligen Welt und hatte schon in diesen Zeiten einen hervorragenden Ruf. Von Burgsdorf ist es zuzuschreiben, dass aus dem brandenburgischen Hauptgestüt Neustadt a. d. Dosse der damals schon berühmte Hengst „Turk Main Atty“, der wahrscheinlich gar kein Araber war, sowie ein Dutzend seiner männlichen Nachkommen nach Trakehnen geholt wurden und dort mit großem Erfolg als Beschäler eingesetzt wurden. In England kaufte er den arabischen Vollblut-Hengst „Nedjed ox“ sowie auch Vollblutstuten, die ihre Wirkung in der Trakehner Zucht nicht verfehlten. Er ist auch Züchter des weltberühmten „Thunderclab“,der über Jahrzehnte in Trakehnen als Stempelhengst wirkte.

  • 1815 --- Durch die Abtretung sächsischer Gebiete an Preußen gehen das sogenannte Torgauer Gestüt mit Graditz, Döhlen, Neubleesernund Repitz, sowie Wendelstein (Thüringen), Vessra (Grafschaft Henneberg) und Merseburg in preußischen Besitz über.

  • 1815 --- Die preußische Verwaltung besitzt das Vorwerk Danzkehmen und schlägt dies Trakehnen hinzu.

  • 1816 --- Der anglo-normannische Hengst Nonius deckt von 1816 bis 1838 in Mezöhegyes.

  • 1817 --- Gründung des Gestüts Weil in Württemberg

  • 1817 --- Der russische Zar Alexander I. gründet 200km ostwärts von Warschau am Bug das Gestüt Janow Podlaski.

  • 1817 --- Die schlesische Provinzialverwaltung beschließt die Errichtung des Landgestüts Leubus.

  • 1817 --- Gründung der Lehr-Eskadron in Berlin, die zunächst 1849 nach Schwedt/Oder und 1867 als Militär-Reitinstitut nach Hannover verlegt wird. Diese spätere Kavallerie-Schule hat maßgebenden Einfluss auf die deutsche Reiterei.

  • 1817 --- Der Trakehner Landstallmeister von Burgsdorf schickt mit königlicher Genehmigung den preußischen Gestütsinspektor Ammon in die Türkei, um arabische Pferde für die preußischen Gestüte Neustadt und Trakehnen zu kaufen. Ergebnis: 25 Hengste und 15 Stuten für die Preußische Pferdezucht. Unter den Hengsten befinden sich „Bagdadly“ und „Oglan“, unter den Stuten „Fatme“, deren Namen man heute noch in manchem Pedigree nachlesen kann.

  • 1821 --- Gründung des Landwirstchaftlichen Centralvereins Gumbinnen

  • 1821 --- Gründung des Gestüts Radautz in der Bukowina

  • 1822 --- Am 10. August erstes Vollblut-Rennen in Deutschland in Doberan

  • 1825 --- Pompadour wird erneut als französisches Hauptgestüt aufgelöst.

  • 1825 --- In Amerika wird der New York Trotting Club gegründet.

  • 1826 --- Der Trakehner Landstallmeister von Burgsdorff reist nach London und kauft dort den Araberhengst „Nedjed“ ein.Diesem begnadeten Pferdezüchter wird der Ausspruch zugeschrieben: „Das gute arabische Blut darf in Trakehnen niemalsaussterben.“

  • 1828 --- Das Landgestüt Merseburg wird nach Repitz verlegt. Die Merseburger Gestütsanlagen werden eine Kaserne.

  • 1829 --- Das Vorwerk Burgsdorfshof wird gekauft und kommt zu Trakehnen.

  • 1832 --- In New York fährt die erste Straßenbahn, selbstverständlich von Pferden gezogen.

  • 1833 --- Pompadour wird zum wiederholten Male Hauptgestüt aufgrund einer Anweisung der Pariser Regierung.

  • 1834 --- Erstes Pferderennen in Celle

  • 1834 --- Dieses Jahr gilt als das Geburtsjahr des Angloarabers in Frankreich. Gayot, der neue Direktor in Pompadour, kann seinenTraum des „Pur Sang Francaise“ verwirklichen. Seine Grundsätze für die arabischen und englischen Blutanteile des Angloarabers habenheute noch Gültigkeit.

  • 1835 --- Die Karthäuser Mönche in Jerez de la Frontera müssen Spanien verlassen. Sie hatten sich mit großem Engagement der Pferdesucht gewidmet, was bedeutete, dass sie die andalusischen Ginetten, die Vorfahren der heutigen Cartujanos, der Andalusier und des heutigen PRE (Pura Raza Espanol), über Jahrhunderte rein gezüchtet haben. Nach der Vertreibung der Religionsorden aus Spanien folgte ein allgemeiner Niedergang der Pferdezucht in Spanien.

  • 1836 --- first Grand National in Liverpool

  • 1836 --- Erstes Derby in Frankreich

  • 1837 --- E. F. Seidler, ein hochbegabter Reiter und Ausbilder schwierigster Pferde, Zivilstallmeister der Berliner Lehr-Eskadron, bringt sein Werk “Leitfaden zur gymnastischen Bearbeitung des Campagne- und Gebrauchspferdes” heraus.

  • 1839 --- Gründung des Gestüts Wickrath im Rheinland

  • 1840 --- Der Remonte-Ankaufs-Kommission werden in Preußen insgesamt 4.771 rohe Reitpferde (Remonten) vorgestellt, die davon 2.271 Pferde für insgesamt 185.930,00 Reichstaler ankauft.

  • 1842 --- Francois Baucher gibt sein Buch “Methode d’équitation” heraus und erntet wegen seiner harten Methoden Kritik von allen Seiten.

  • 1844 --- Der Kritiker Bauchers und Berliner Stallmeister Louis Seeger, der sein reiterliches Handwerk in der Wiener Hofreitschule erlernt hatte, bringt sein Buch “System der Reitkunst” heraus. Bei ihm lernt und arbeitet Gustav Steinbrecht.

  • 1846 --- Der amerikanische Schriftsteller Henry David Thoreau muss eine Nacht im Gefängnis verbringen, weil er die Zahlung von Steuern aus Protest gegen die Sklaverei und gegen den Krieg der USA gegen Mexico verweigerte. Danach verfasste er seinen Essay „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“, der zum Standardwerk des zivilen Ungehorsams reüssierte und sowohl Mahatma Gandi als auch Martin Luther King inspirierte.

  • 1847 --- Alexander von Schwichow wird Landstallmeister in Trakehnen (1847 – 1864). Während seiner Amtszeit werden Hengste wie „Sahama xx“, „Snyders xx“ u. a. bedeutende Vollblüter eingesetzt.

  • 1848 --- Es erscheint E. F. Seidlers Buch “Die Dressur diffiziler Pferde”. Seidler propagiert das Reiten im Gelände sowie das Leichttraben- damals eine recht abenteuerliche Forderung, meinte man.

  • 1848 --- In Preußen wird das Ministerium für Landwirtschaft gegründet, dem auch die Land- und Hauptgestüte unterstellt sind.

  • 1848 - 1854  ---  ist  Abbas Pascha I. der Khedive (Vizekönig) von Ägypten. Ihm ist es zu danken, dass in ägyptischen Ställen die Elite des arabischen Pferdes zusammen fand. Er lies Unsummen für reinblütige Stuten bezahlen. So kaufte er für 7.000 Goldpfund die Jellabieh- Stute Wazira, und für eine andere Stute aus dem Stamm der Saqlawieh zahlte er sogar 11.000 Goldpfund. Das sind heute schier unvorstellbarePreise!

  • 1850 --- Die spanische Regentin Isabella II. lässt arabische Hengste und Stuten bei Beduinenstämmen erwerben und in das königlich Gestüt nach Aranjuez bringen. Aus diesem Import stammt der erste im spanischen Araber-Stutbuch von 1885 verzeichnete Hengst namens Abayul, der als Jährling nach Aranjuez kam.

  • 1853 – 1856 --- England, Frankreich und die Türkei kämpfen im Krim-Krieg gegen Russland. Besonders die Pferde der türkischen Kavallerie erregen das Interesse der englischen Offiziere. Eine Kommission wird in die syrische Wüste geschickt, um dort von den Beduinenstämmen arabische Hengste zu kaufen. Ein Ulanen-Major Upton empfiehlt dem englischen Kriegsministerium, dringend arabische Hengste zur Verbesserung des englischen Truppenpferdes zu beschaffen, weil dieses immer schwächer und weichlicher werde.

  • 1858 --- Erstes Pferderennen in Baden-Baden

  • 1861 --- In Frankreich wird das Hauptgestüt Pompadour erneut geschlossen, was sich schon neun Jahre später als schwerer Fehler herausstellte.

  • 1863 --- Gründung des Mitteldeutschen Pferdezucht-Vereins

  • 1864 --- Gustav Adolph von Dassel wird Landstallmeister in Trakehnen (1864 – 1888). Er scheiterte (zum Glück!) bei den ostpreußischenprivaten Pferdezüchtern mit dem Versuch, den Trakehner durch das Einkreuzen von Anglo-Normannen und auch eines hannoverschen Hengstes im Kaliber zu verstärken. Er hatte andererseits aber große Erfolge mit dem Einsatz vonenglischen Vollblut-Hengsten wie Hector xx, Friponnier xx, Marsworth xx u. a.

  • 1864 --- Die Pferdeschau in Dublin am 15.04. wird heute als erstes Springturnier der Geschichte angesehen.

  • 1865 --- Erste schweizerische Pferdeausstellung in Aarau

  • 1865 --- Die erste von Pferden gezogene Straßenbahn wird in Berlin eingesetzt.

  • 1865 --- In Frankreich wird die „Société hippique francaise“ gegründet.

  • 1866 --- Einberufung des württembergischen “Roßparlaments”, das als ständige Pferdezucht-Konferenz die Pferdezucht in Württemberg verbessern soll.

  • 1867 --- Das Militär-Reitinstitut wird nach Hannover verlegt.

  • 1869 --- Nachdem die unseligen Streitereien zwischen Wien und Budapest beigelegt waren, übertrug der Kaiser Franz-Josef die Gestüte Kisbér, Mezöhegyes und Bábolna den Ungarn bzw. deren ungarischen Regierung.

  • 1869 --- erstes Derby in Deutschland in Hamburg

  • 1869 --- Gründung des Vollblutgestüts Schlenderhahn bei Köln

  • 1869 --- Graf Siegfried Lehndorff wird in Graditz geboren. Er wird später nach ein- ander die Gestüte in Neustadt a. d. Dosse, inGraditz, das Hauptgestüt Trakehnen, und zuletzt in Braunsberg leiten.

  • 1870 – 1871 --- Im deutsch-französischen Krieg rächt sich die Schließung des französischen Hauptgestüts Pompadour. Die französischeArmee fordert etwa 175.000 Pferde für die Mobilmachung an, bekam aber lediglich etwa 20.000 Pferde zusammen.

  • 1871 --- Das private Vollblutgestüt Schlenderhan entsteht.

  • 1872 --- in Wien entsteht die „Gesellschaft zur Prämierung gut dressierter Campagnepferde“.

  • 1874 --- Am 29.05. erlässt die französische Regierung das „Loi Boicher“, mit dem unter dem Eindruck der mangelhaften Versorgung des französischen Militärs mit Armeepferden das staatliche Gestütswesen neu geordnet und Pompadour wieder Hauptgestüt wurde.

  • 1875 --- erstes Steeplechase-Rennen in Pardubitz

  • 1876 --- Gründung des pommerschen Landgestüts Labes im Kreis Regenalde an der Oder.
  • 1877 --- Gründung des Gestüts Rastenburg

  • 1878 – 1919 --- Lady Anne Blunt errichtet in Sussex im Süden England ein weltbe- rühmtes Araber-Gestüt. Zusammen mit ihrem Mann reist sie kreuz und quer durch den Orient und kauft arabische Pferde ein. Dabei gelangt sie im Sattel oft in Gegenden und zu Beduinenstämmen, die vorher noch kein Europäer besucht hatte. Ihr Name ist auch heute noch jedem Freund des arabischen Pferdes bekannt.

  • 1877 --- Der erste Band des Trakehner Stutbuchs erscheint

  • 1878 --- erstes Derby in Kentucky. USA

  • 1891 --- Gründung des Landgestüts Kreuz bei Halle

  • 1891 --- In Portugal entsteht das Nationalgestüt Fonte Boa in der Nähe von Santarem.

  • 1893 --- Mit einem königlichen Erlass vom 26.06. wird der Yeguada Militar, das Militär-Gestüt Cordoba gegründet. Damit beginnt auch die staatliche Araberzucht in Spanien zum Zwecke der Veredelung des andalusischen Pferdes.

  • 1893 --- Der erste Band des hannoverschen Stutbuches erscheint.

  • 1885 --- Nach dem Tode Gustav Steinbrechts (1808-1885) bringt dessen Schüler Paul Plinzner seine Aufzeichnungen unter dem Titel “Das Gymnasium des Pferdes” heraus. Das Motto Steinbrechts “Reite Dein Pferd vorwärts und richte es gerade!” prägt die moderne Reiterei bis heute.

  • 1888 --- Gründung der ostpreußischen Stutbuchgesellschaft für Warmblut Trakehner Abstammung in Königsberg

  • 1888 ---Von 1888 – 1895 wirkte der Landstallmeister von Franckenberg und Proschlitz in Trakehnen. Er gilt als Züchter des Hengstes „Morgenstrahl“, dessen Denkmal später vor dem Landstallmeisterhaus aufgestellt wurde. Der Hengst„Morgenstrahl“ begründete die Hengstlinie „Parsival – Hirtensang“.

  • 1895 --- folgte ihm bis 1912 als Landstallmeister Burchard von Oettingen nach, der die Hengste „Obelisk“, „Lehnsherr“ und „Optimus“ nach Trakehnen holte, um mehr Kaliber in die Trakehner Zucht zu bringen. Allerdings war er auch nach der Jahrhun- dertwende verantwortlich für den stark verstärkten Einsatz von Vollblütern in der Trakehner Zucht. Er Kaufte in England für den damaligen Wahnsinnspreis von 20.000 Goldmark den Hengst Perfectionist xx, den späteren Vatervon „Tempelhüter“.Das sind alles Namen von Hengsten, die noch heute jedem Trakehner Züchter auf der ganzen Welt geläufig sind. Auch „Jagdheld“ und „Irrlehrer“ gehören zu den berühmten Söhnen des „Perfectionist xx“. Von Oettingen gilt als Züchter der berühmten Beschäler „Polarsturm“, „Jenissei“, „Elfenbein“ u. a. Von Oettingen führte die weltberühmten Trakehner Jagden ein,damals die mordernste Form der Leistungsprüfung für drei- und vierjährige Pferde.

  • 1896 --- Am 01. April übernimmt Graf Siegfried Lehndorff die Leitung des Gestüts Neustadt an der Dosse.

  • 1901 --- der zweite Band des Trakehner Stutbuchs erscheint.

  • 1902 --- Erstes internationales Militär-Reitturnier in Turin „Premio Concorso Ippico Internazionale“ mit denkwürdigem Ergebnis: Die 15 teilnehmenden deutschen Offiziere blamieren sich so sehr bis auf die Knochen, dass der deutsche Kaiser Wilhelm allen Soldaten ein Starverbot im Ausland befiehlt, das erst 1911 aufgehoben wird.

  • 1903 --- Der Hengst Perfectionist xx geb. 1899 von Persimmon aus der Perfect Dream wird angekauft. Durch seine Söhne Tempelhüter und Jagdheld wird er weltberühmt werden.

  • 1905 --- In Spanien wird die „Dirección General de Cría Caballar y Remonta“ (Generaldirektion für Pferdezucht und Remontierung), die dem Kriegministerium untersteht und durch deren Wirken die Zucht arabischer Pferde in Spanien eine Blütezeit erlebte. Die Direktion importierte in den Jahren 1906 bis 1927 u. a. aus Syrien und Polen so viele Araberhengste und –stuten, dass man schon von einer Araber-Fabrik sprach.

  • 1905 --- Geburt des legendären Trakehner Stempel-Hengstes Tempelhüter v. Perfektionist xx a. d. Teichrose v. Jenissei - Cliff’s Brow xx

  • 1907 --- stirbt der italienische Major Frederico Caprilli, der offiziell den Entlastungsitz erfand und die Springreiterei revolutionierte.

  • 1909 --- Der dritte Band des Trakehner Stutbuchs erscheint

  • 1910 --- Graf Siegfried Lehndorff gibt das Graditzer Halbblut-Gestüts-Buch heraus.

  • 1910 --- Von Oettingen schafft für Trakehnen eine Meute an und begründet so die berühmten Trakehner Schleppjagden.

  • 1911 --- In Portugal wird das königliche Gestüt in Alter nach dem Sturz des Königs- hauses beschlagnahmt und dem Militär unterstellt.

  • 1912 --- In der Nachfolge der “Reitinstruction 1882”, jedoch in wichtigen Teilen völlig geändert, erscheint die erste Fassung der HDV 12 “Reitvorschrift”. Ihr folgen 1926 und 1937 weitere Fassungen.

  • 1912 --- In Stockholm finden die ersten olympischen Reiterspiele der Neuzeit statt. Der schwedische Graf Clarence Rosen hatte sich darum verdient gemacht.

  • 1912 --- Graf von Sponeck, der Schwiegersohn von Oettingens und ein erfolgreicher Rennreiter, wird Landstallmeister in Trakehnen. Von Oettingen wird als Oberland- stallmeister Nachfolger des damals schon legendären und weithin bekannten OberlandstallmeistersGraf Georg Lehndorff (1880 – 1912). Die berühmten Stempelhengste seiner Amtszeit waren „Tempelhüter“, „Cancara“ und „Nana Sahib x“, deren Namen auch heute noch viele Trakehner Abstammungen zieren.

  • 1913 --- Gründung des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei unter maß -geblicher Beteiligung des späteren Mentors der deutschen Reiterei und Pferdezucht, Gustav Rau.

  • 1914-1918 --- Die Pferde des Hauptgestüt Trakehnen werden nach Graditz, Neustadt a. d. Dosse und Düren in Sicherheit gebracht. 1919 kehren die letzten der ausgelagerten Pferde wieder nach Trakehnen zurück.

  • 1914 --- Requirierung des Morgenstrahl-Denkmals, geschaffen von Reinhold Kübart, vor dem Landstallmeister-Haus Trakehnens durch russische Truppen

  • 1915 --- Alle Pferde des heute polnischen Haupt- und Landgestüts Janow Podlaski werden nach Russland evakuiert und kommen nie mehr zurück.

  • 1915 --- große Teile Trakehnens werden durch Kriegseinwirkung zerstört

  • 1918 --- Aus dem Militär-Reit-Institut in Hannover wird die Kavallerieschule Hannover, die die deutsche Reiterei, sowohl Miltär- als auch Zivil-, für Jahrzehnte prägt.

  • 1918 --- In England wird die Arab Horse Society gegründet.

  • 1918 --- Polen wird selbständig. Die polnische Gestütsverwaltung steht jedoch vor dem Nichts, denn der komplette Pferdebestand des Hauptgestüts Janow Podlaski war nach Russland evakuiert worden und dort verschollen.

  • 1919 --- Das erste Stutbuch der Arab Horse Society erscheint.

  • 1920 --- Wiederaufbau Trakehnens, das im 1. Weltkrieg in weiten Teilen zerstört worden war.

  • 1921 --- Das Remontedepot Kattenau wird mit rund 1.800ha dem Hauptgestüt Trakehnen hinzugeschlagen.

  • 1922 --- Der Sohn des Oberlandstallmeisters, Graf Siegfried Lehndorff, wird Nach- folger von Sponecks als Landstallmeister in Trakehnen.Er schaffte es nach dem verlorenen Krieg und den damit sich wandelnden Anforderungen an die Pferdezucht sehr schnell, dem damaligen Pferdemarkt stärkere, großrahmigere, über viel Boden stehende Trakehner Nachzuchten zu liefern, ohne dabei das Prinzip der Reinzucht aufgeben zu müssen. Die Hengste „Tempelhüter“, „Dampfross“, „Parcival“, „Pirol“, „Polarstern“ u. v. a. trugen das ihrige unter der Regie Lehndorffs dazu bei. Eine Besonderheit stellte dabei der aus bäuerlicher Zucht stammende „Dampfross“ dar, der von 1923 bis 1934 der Trakehner Zucht seinen Stempel aufdrückte wie kein zweiter. Die Amtszeit von Lehndorffs ist mit den Namen und dem züchterischen Wirken weltberühmter Trakehner Hengste verbunden wie „Poseidon“, „Pilger“, „Hyperion“, „Pythagoras“, „Polarstern“, „Hirtensang“ u. a. m.

  • 1922 --- die doppelte Elchschaufel wird als Hauptstutbuchbrand des Ostpreußischen Zuchtverbands eingeführt

  • 1923 --- der Hengst Dampfross, geb. 1916, kommt als Hauptbeschäler nach Trakehnen

  • 1926 --- Gründung der Hengstprüfungsanstalt Zwion in der Nähe von Georgenburg durch den damaligen Oberlandstallmeister von Oettingen. Dies war eine richtungs- weisende und weit in die Zukunft bedeutsame Maßnahme, denn von nun an wurden nur noch Hengste in der Trakehner Zucht zugelassen, die diese Leistungsprüfung bestanden hatten und somit in den Disziplinen Charakter, Temperament, Grundgangarten, Rittigkeit, Gesundheit, Futterverwertung und Leistungsfähigkeit entsprechend beurteilt worden.

  • 1928 --- Carl-Friedrich Freiherr von Langen “reitet für Deutschland” bei den Olympischen Spielen in Amsterdam und gewinnt die Goldmedaille in der großen Dressurprüfung.

  • 1931 --- Der letzte Landstallmeister in Trakehnen tritt sein Amt an: Dr. Ernst Ehlert (1931 – 1944). Mit seinem Namen sind nicht nur die Namen der bekannten Hengste „Polarstern“, „Pythagoras“, „Hirtensang“, „Semper item“, „Bussard“ u. a. verbunden, sondern auch so moderne Vererber wie „Lowelas ox“, „Harun al Raschid ox“ und der aus dem polnischen Gestüt Janow Podlaski stammende „Fetys ox“. Allein „Pythagoras“ lieferte in seinem Deckeinsatz von 1931 bis 1944 sage und schreibe 70 gekörte Söhne! Der seitherige Chef Graf Siegfried Lehndorff wird aufgrund persönlicher Differenzen mit dem Oberlandstallmeister Gatermann abgelöst und für die letzten drei Jahre seiner Dienstzeit nach Braunsberg versetzt.

  • 1932 --- 200 Jahr-Feier und Enthüllung des Tempelhüter-Denkmals, wiederum geschaffen von Reinhold Kübart, vor dem Landstallmeister-Haus des Hauptgestüts Trakehnen

  • 1932 --- fünfter Band des Trakehner Stutbuchs (letzter Band vor dem 2. Weltkrieg)

  • 1934 --- der Hengst Tempelhüter stirbt in Trakehnen

  • 1938 --- In der deutschen Wehrmacht tun etwa 170.000 Pferde ihren Dienst.

  • 1939 --- Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wächst die Zahl der Militärpferde in der deutschen Wehrmacht durch die allgemeine Mobilmachung auf etwa 573.000 an.

  • 1939 --- Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 01.09.1939 sollten die Pferde des polnischen Gestüts Janow Podlaski nach Rumänien in Sicherheit gebracht werden. Man kehrte aber noch auf dem Weg wieder um und schaffte den Pferdebestand wieder ins Gestüt zurück, nachdem bekannt wurde, dass sich russische Truppen aus dem Osten näherten. Am 05.10.1939 zogen russischeSoldaten mit mehr als 400 Pferden in die Sowjetrepublik. Als deutsche Truppen nach Janow Podlaski kamen, fanden sie dort nur noch eine Stute vor, die wohl etwas schwierig war, sich nicht aufzäumen ließ und deshalb zurückgelassen worden war.

  • 1939 --- Das schlesische Landgestüt Leubus wird nach Fürstenstein im Walden- burger Bergland verlegt.

  • 1940 --- Im polnischen Janow Podlaski läuft der Zuchtbetrieb wieder. Dr. Rau hatte sich darum gekümmert.

  • 1943 --- Die Zahl der Pferde in der deutschen Wehrmacht beträgt 1.380.000.

  • 1943 --- Am 15.09. wird der Hengstjahrgang 1943 von Trakehnen nach Hunnesrück in Niedersachsen gerettet

  • 1944 --- 16. Oktober: letzter Austrieb der Mutterstuten auf die Winterweiden des Hauptgestüts Trakehnen

  • 1944 --- hat die Ostpreußische Stutbuchgesellschaft etwa 15.000 Mitglieder mit etwa 14.000 lebenden Stuten und 765 gekörten Hengsten. Das Hauptgestüt Trakehnen besteht zu dieser Zeit aus 6.021 ha Land. Das sind, für die Älteren unter uns, 24.084 Morgen oder 60.210.000m² oder 60,21km² oder, wenn jemand glaubt, sich das auf diese Weise besser vorstellen zu können, eine quadratische Fläche von mehr als 60 mal 60 km. Davon waren mehr als 4.000 ha Ackerland und Wiesen sowie 1.090 ha Weiden. Das Hauptgestüt Trakehnen galt bis zu seinem Ende 1944/45 als eines der größten und erfolgreichsten Gestüte der Welt und wurdeund unter Pferdeleuten als „das Paradies“ oder „das Heiligtum der Pferde“ bezeichnet.

  • 1944 --- Das polnische Haupt- und Landgestüt Janow Podlaski wird auf Anweisung von Dr. Rau mit mehr als 400 Pferden in ein Remontedepot südlich von Bautzen nach Sachsen evakuiert. Am 13.02.1945 marschierten Menschen und Pferde über Dresden nach Torgau, dabei gerieten etwa 80 Hengste in der Nacht in den großen verhängnisvollen Luftangriff auf Dresden. Etwa 200 Pferde kamen letztendlich in Holstein an.

  • 1945 --- Etwa 500 Stuten und Beschälern aus dem Landgestüt Georgenburg gelingt die Flucht vor der herannahenden Ostfront.

  • 1945 --- 28 der 350 Elitestuten des Hauptgestüts Trakehnen gelingt die Flucht vor den russischen Truppen in den Westen

  • 1945 --- Requirierung des Tempelhüter-Denkmals durch russische Truppen, Verbringung nach Moskau

  • 1945 --- Im April wird das bewegliche Inventar des Gestüts Graditz mit Pferd, Mann und Maus von den Russen abtransportiert.

  • 1946 --- Die überlebenden Pferde aus Janow Podlaski kehren in drei Transporten über Gdingen nach Janow Podlaski zurück.

  • 1946 --- Gründung des Trakehner Verbandes

  • 1955 --- In den Behring-Werken werden noch mehr als 500 Pferde zum Zwecke der Serum-Produktion gehalten.

  • 1958 --- Erstes Hengstverzeichnis der Trakehner Verbands nach dem 2. Weltkrieg

  • 1965 --- Die englische Arab Horse Society führt erstmals richtige Leistungsprü- fungen ein.

  • 1967 --- Zweites Hengstbuch des Trakehner Verbands erscheint

  • 1970 --- Das „Kuratorium für Therapeutisches Reiten“ wird gegründet.

  • 1973 --- 400-Jahr-Feier des Württembergischen Haupt- und Landgestüts Marbach

  • 1973 --- 400-Jahr-Feier der Spanischen Hofreitschule zu Wien

  • 1974 --- Enthüllung einer Kopie des Tempelhüter-Denkmals in Verden

  • 1985 --- Im Deutschen Sportbund sind rund 511.000 Reitsportler organisiert.

  • 1985 --- Die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) stellt 58.419 Reitausweise für die aktive Teilnahme an Turnieren aus.


© All rights reserverd by Axel Feldmann

 
Verkaufs-Pferde:
 
  Disclaimer      Datenschutz